Eine neue Ethik in der Kunst

Die Programmdirektorin Chiaki Soma und Kyoko Iwaki (Mitarbeit Programm) vom Kollektiv »Arts Commons Tokyo« sind die ersten Kuratorinnen für »Theater der Welt«, die nicht aus Europa stammen. Mit ihrem kühnen Programmkonzept stellen sie die bestehenden Normen des westlichen Kunst- und Kulturbetriebes in vielerlei Hinsicht in Frage. Sie sehen durch die Erfahrungen der Pandemie die Notwendigkeit, eine »neue Ethik« zu entwickeln, die die Konzepte von Fürsorge, Pflege und Heilung als weitere Eckpfeiler der Demokratie etabliert, neben sozialer Gerechtigkeit, Wahlrecht und Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte, Inklusivität.

»Wir leben in einer Welt, in der jeder Mensch nicht nur das Recht auf Fürsorge besitzt, sondern vor allem auch die ethische Verpflichtung hat, sich an fürsorglichem Handeln zu beteiligen.«

Chiaki Soma, Kyoko Iwaki

Was das für die postpandemische Kunst bedeutet, werden einige der weltweit bedeutendsten Vertreter:innen der internationalen Performance- und Theaterszene im Sommer 2023 zum Gegenstand ihrer Arbeiten machen – und »Theater der Welt« damit zu einem innovativen und aufsehenerregenden Kulturereignis, insbesondere für ein junges und generationenübergreifendes Publikum und weit über die Region Frankfurt/Rhein-Main hinaus. Die digitale Kommunikation ermöglicht es zudem, dass das Festival auf allen Kontinenten miterlebt werden kann. 

Herausragende internationale Theaterarbeiten werden mit den diversen Stadtgesellschaften vor Ort wie auch mit den glokalen Communities, die zugleich lokal und international vernetzt sind, in Dialog gebracht. Grünes Marketing ist dabei ein gewichtiger Bestandteil des Festivals: »Theater der Welt 2023« stellt Anforderungen an Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusivität. Das meint, unter anderem: Ressourcen schonen, wo immer es möglich ist, den CO2-Verbrauch minimieren, Verkehrswege optimieren, Barrieren und Schranken beseitigen. Die Türen zur Welt öffnen. Transparent sein.